Leopold Figl
2.10.1902 Rust im Tullnerfeld – 9.5.1965 in Wien
Herkunft und Familie
Geboren als Sohn eines Bauern, Gymnasium in St. Pölten (Matura 1922), Studium der Agrarwissenschaften an der Hochschule für Bodenkultur in Wien (DI 1930), Mitglied der katholischen Studentenverbindung Norica Wien (ÖCV).
1930 Ehe mit Hildegard Hemala (1906–1989), Tochter des christlichsozialen Gewerkschaftspolitikers Franz Hemala.
Beruflicher Werdegang
1927 Sekretär des Niederösterreichischen Bauernbundes, 1933 dessen Direktor, 1937 Direktor des österreichischen Reichsbauernbundes.
Enge Freundschaft mit Julius Raab und Förderung durch Josef Reither.
Figl stellte sich in den Dienst der Dollfuß-Schuschnigg-Diktatur. Er war Führer der paramilitärischen Ostmärkischen Sturmscharen in Niederösterreich und seit Ende 1934 Mitglied des Bundeswirtschaftsrates.
Beim „Anschluss“ Österreichs an Deutschland von den Nationalsozialisten verhaftet, April 1938 bis Mai 1943 Haft in den Konzentrationslagern Dachau, Flossenbürg, ab Oktober 1944 Haft in Mauthausen, seit Jänner 1945 im Landesgericht Wien.
Maßgeblicher Anteil am Wiederaufbau des Bauernbundes und am Aufbau der ÖVP im April 1945, provisorischer Landeshauptmann von NÖ zwischen April und Oktober 1945. Dezember 1945 bis April 1953 erster gewählter Bundeskanzler der Zweiten Republik, danach bis 1959 Außenminister. 1955 unterzeichnete er den Österreichischen Staatsvertrag, den er mitverhandelt hatte. 1959 bis 1962 Präsident des Nationalrates, von Jänner 1962 bis zu seinem Tod im Mai 1965 abermals Landeshauptmann von NÖ. Ab 1959 Landesparteiobmann der ÖVP NÖ.
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